
Quartier macht Schule !
Vor allem in belasteten Quartieren müssen Schulen vielfach mehr leisten, als der eigentliche Stundenplan verlangt. Hier sind Schulen vornehmlich Orte der Integration und multikulturelle Begegnungsstätte - kurzum: ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Alltags und der Bewohner im Kiez. Zugleich stellen Schulen eine bedeutende Schnittstelle dar - die "Kiezgröße" Schule vereint Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen als Multiplikatoren. Was zeichnet "meinen" Kiez aus? Worin liegen seine Qualitäten, wo bestehen Defizite? Eine Beschreibung der Angebote und der Problemfelder im Quartier eröffnet Möglichkeiten, in den Kiez hinein Einfluss auszuüben und die Menschen vor Ort für ihr Umfeld nachhaltig zu sensibilisieren. Durch das Quartiersmanagement und Initiativen von Schulen sind zahlreiche Aktivitäten gestartet worden. Wie kann das schulische Angebot über den Einzelfall hinaus verändert bzw. erweitert werden, damit Schule zum integrativen Ort im Quartier wird? Wo sind Kooperationen möglich, wie können sie aussehen? Welcher Hilfestellungen bedarf es von Seiten der Verwaltungen?
In der Veranstaltung am 3. Februar stellten wir beispielhafte Integrationsvorhaben vor und fragten, welche Rahmenbedingungen und Unterstützungen es geben kann.
Schulen, die sich präsentierten:
"Von Aktionen und Aktionären"
Die Erika-Mann-Grundschule in Wedding lässt Eltern und den Kiez zu Teilhabern werden und hat sich für ihre verschiedenen Aktivitäten ein Netzwerk von Unterstützern aufgebaut, z.B. können Aktien erworben werden.
"Von Konturen und Kulturen"
Die Schüler der Neuköllner Regenbogen-Grundschule werden schon früh an die Besonderheiten ihres Kiezes herangeführt. Das verbindende Glied zwischen den Nationalitäten stellen künstlerische Aktivitäten her.
"Grün macht Profil"
Die Peter-Petersen-Grundschule in Neukölln hat sich einem ökologischen Profil verschrieben. Aktionen wie z.B. "Attacke gegen Hundekacke" schaffen Bewusstsein für eine lebenswerte Umwelt und fördern das Miteinander.
"Von Angebot und Nachfrage"
Wie Schüler eine strenge Schulordnung respektieren: durch Kooperationen u.a. mit verschiedenen Beratungsinstitutionen macht die Heinrich-von-Stephan-Oberschule in Moabit Schule attraktiv.
"Vertrauen statt Verweis"
Durch Mitbestimmung und Eigenverantwortung der Schüler, hat die Werner-Stephan-Oberschule in Tempelhof Schulschwänzern/-abbrechern und gewaltbereiten Jugendlichen das Handwerk gelegt.
"Eltern machen Schule"
Die Gründung der Berlin Metropolitan School geht auf eine Elterninitiative zurück. Es wird vorgestellt, wie Angebote von Eltern und Institutionen aus dem Bezirk in den Lehrplan integriert werden.